Rückblick: ASI Jahrestagung 2019 in Graz

Jedes Jahr ist es spannend, die Jahrestagung für ASI vorzubereiten. So auch dieses mal, am 17. und 18. Mai in Graz. Wir eilten voller Vorfreude dorthin, um für einen ereignisreichen Sabbat gerüstet zu sein. Die Informationsstände verschiedener Missionswerke wurden im Foyer der Gemeinde aufgebaut: ADRA, Basista, Amos, Mio, Blickpunkt 2000, Springs of Hope (Schule in Indien), Impact, L´Esperance, Dunia ya Heri (Waisenheim in Tansania). Hier konnte sich jeder näher über die Arbeit vor Ort informieren.

Der Freitagabend begann mit der Begrüßung durch den ASI Präsidenten. Der Vorstand von ASI Austria stellte sich vor: Jürgen Merkl – Präsident, Kris Lenart -Vizepräsident, Monika Pichler Verwalterin der Finanzen, Marianne Kerzendorfer -Schriftführerin.

Danach gaben die ersten Ministries mit Hilfe einer Präsentation einen Einblick in ihre Arbeit: ADRA, Buchevangelisation, Amos, Blickpunkt 2000.

Der Hauptsprecher Johnny Wong führte uns in das Anliegen dieser ASI-Tagung hinein:“ Gemeindewachstum durch Caregroups!“, also Kleingruppenarbeit.

Wer ist Johnny Wong? Er stammt aus Hongkong, studierte Informationstechnologie und arbeitete an der Spitze international bekannter Unternehmen wie Hewlett Packard u.a. in Australien. Sein größtes Anliegen aber ist die Mission. Im Herzen Melbournes, einer säkularen Großstadt, gründete er sechs Gemeinden, die zu mehr als 200 Taufen führten. Derzeit trainiert Johnny weltweit Gemeinden mit Schwerpunkt Großstadtmission. Sein neues Buch „Business unusual“ informiert über sehr viele Methoden, um effektiv für Jesus zu wirken.

Wie kam Johnny von der anderen Hälfte der Erdkugel zu uns?

Kris erzählt: „Durch eine besondere Begegnung in North Carolina habe ich Johnny Wong in den USA kennen gelernt. Als wir uns austauschten, merkten wir, dass wir beiden die gleichen Ausbildner hatten. Es hat zwar ein paar Jahre gedauert, aber jetzt ist er gekommen!“

Sabbat früh begann sehr lebendiger Gottesdienst mit viel Abwechslung: Gesang, Gebetsgemeinschaft, die Präsentationen weiterer Missionswerke in Österreich. Ein „unusual“ SabbatschulStudium zum ASI-Thema Jüngerschaft und Gemeindewachstum führte zu angeregten Diskussionen. Und schließlich die Predigt: Johnny Wong sprach über seine Lebensentwicklung vom lustlosen LaodizeaAdventisten und Workaholic zu einem begeisterten und feurigen Missionar, der für die Sache Jesu brennt. Dafür braucht es eine größere Vision. Was ist Gottes Vision für mein Leben? Viele Lokalgemeinden machen „business as usual“. Doch wenn eine Krise kommt; reicht das nicht mehr aus. Wir brauchen in der Endzeitgemeinde immer mehr „business unusual“.

Übrigens, der Gemeindesaal war überfüllt, Besucher standen an den Türen und die Saalordner mussten viele Sessel herbeischleppen. Die Gemeinde Graz hat uns vorbildlich unterstützt mit einem guten Mittag- und auch Abendessen. Die ASI-Sammlung war gesegnet und mehrere Projekte konnten dadurch wieder unterstützt werden.

Das Nachmittagsprogramm war ebenfalls sehr intensiv durch die Präsentationen der restlichen Missionswerke und die Vorstellung des Vorstands von ASI Europe.

Das Konzert am Abend, Schülerchor und Orchester der Schule Bogenhofen unter der Leitung von Dietmar Pickhardt und Luise Schneeweiß bot einen eindrucksvollen Abschluss dieser Tagung Unser Dank geht an die Gemeinde Graz, die durch diesen Sabbat hoffentlich gesegnet und bereichert wurde!

Am nächsten Tag ging es gleich weiter zur ASI Academy in Linz und Grünwald.

Wenn auch du die ASI Arbeit in Österreich unterstützen möchtest, dann wende dich an die Mitglieder des Vorstands.

Wenn Du die ASI Tagung verpasst hast, höre Dir auf der Homepage die Vorträge an!

Wir freuen uns schon auf den nächsten ASI Sabbat am 5. Okt in Kagran!

Für ASI Österreich
Marianne Kerzendorfer

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Seek. Abide. Love

GYC Europe Conference
17. – 21. Juli 2019, Portugal

Wie lange dauert es, bist du realisierst, dass du dein Smartphone verloren hast? Wenn du ein Millennials bist, schaust du 150 Mal am Tag danach, das ist öfter als alle 10 Minuten. Das bedeutet, wir werden fast sofort darauf aufmerksam, wenn wir es verlieren. Die meisten von uns werden die Notwendigkeit spüren, es sofort zu suchen.

Ich wünsche mir, dass wir als Christen die gleiche Sensibilität entwickeln, wenn wir Jesus aus den Augen verlieren. Genau in den Zeiten, wenn wir beschäftigt sind, nicht mehr so oft beten, die Andachtszeit spritzen und den Fokus auf geistliche Dinge verlieren. Jesus weiß, dass das Christen von Zeit zu Zeit passiert. Dennoch hat er den Verlust der Verbindung mit ihm gerade für das Ende der Zeit vorausgesagt: „Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an.“ Christen ohne Christus. Wie absurd ist das denn?

Deswegen sind wir aufgerufen „Suchet den HERRN, solange er zu finden ist“. Nicht „später“. Nicht morgen. Nicht wenn „ich mehr Zeit habe“. Die beste Zeit ist jetzt!

Das Problem ist, dass wir als Christen von außen gut aussehen. Wir wissen so viel, wir tun so viel gutes, wir predigen und lehren. Genauso wie die zwölf Jünger in der Zeit ihres Trainings. Aber eines fehlt. Und dieses eine ist der Schlüssel für alles. Schaue dir die erste Gemeinde an. Der Grund für ihre Kraft war der Heilige Geist. „Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Wir brauchen Jesus dringend, dass er vollständig in und mit uns lebt. „der für immer bei euch bleibt.“. Es gibt Hoffnung für uns.

„Die einzige Hoffnung für die Laodizear ist ein klarer Blick dafür, wie sie vor Gott stehen und das Wissen über dir Art ihrer Krankheit.“

Wenn wir unseren Zustand als Volk Gottes erkennen, dann werden wir uns beeilen ihn zu suchen, lernen ihn ihm zu bleiben und „wollen ihn lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“

Wenn du, jung oder jung im Herzen, danach suchst deinen Glauben zu erfrischen, in Liebe zu wachsen und lernen möchtest, deinen Glauben zu teilen, dann nehme an der GYC Europe Conference in Portugal im Juli teil. Es ist eine Zeit alles hinter sich zu lassen und voll zu fokussieren. Du wirst inspiriert und trainiert, ermutigt und herausgefordert. Gib alles Jesus. Er tat es auch für dich.

„Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.“ Off. 3,21

Gnade sei mit dir,

Anna Scheglov,
Präsidentin,
GYC Europe

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Madison roots – Part 1

„We call our older brethren out of Babylon, but we let our children attend Egyptian schools and learn Egyptian ways”  E.A. Sutherland 1899

«Wir rufen unsere älteren Brüder aus Babylon heraus, aber wir lassen unsere Kinder ägyptische Schulen besuchen und ägyptische Wege lernen.»

Dieses feurige Zitat von Sutherland offenbart sehr schön Sutherlands Ehrlichkeit, Mut und Gedankenschärfe. Zahlreiche Schriften aus seiner Feder zeugen noch heute davon. Mehr noch als seine Schriften bleibt sein Leben und sein unermüdlicher Dienst für Madison, ein Mahnmal für uns als Adventisten heute.

Die Wurzeln von ASI liegen in Madison verborgen. Madison, gemäss EGW eine von drei Modellschulen, wurde von ihr liebevoll als „God’s beautiful farm“ bezeichnet. Die anderen beiden waren Avondale sowie Emmanuel Mission College. In folgendem Zitat sprach Sie jedoch Madison eine besondere Rolle zu:

“The work that the laborers have accomplished at Madison has done more to give a correct knowledge of what an all-round education means than any other school that has been established by Seventh-day Adventists in America. The Lord has given these teachers in the South an education that is of highest value, and it is a training that God would be pleased to have all our youth receive.”

Manuscript Releases, vol. 11 [Nos. 851-920], p. 182.2 (Ellen Gould White)

“Die Arbeit, die die Arbeiter in Madison geleistet haben, hat mehr bewirkt, um eine korrektes Kenntnis über vielseitige Bildung zu vermitteln, als jede andere Schule, die von den Siebenten-Tags-Adventisten in Amerika gegründet wurde. Der Herr hat diesen Lehrern im Süden eine Erziehung von höchstem Rang gegeben, und es ist eine Ausbildung, die Gott gerne all unseren Jugendlichen empfangen lassen würde.”

Um das Herz von Madison zu verstehen ist es nötig deren Pioniere E.A. Sutherland und P. Magan unter die Lupe zu nehmen.  Edward Alexander Sutherland (1865-1955) wurde im ländlichen Iowa geboren. Gegen den Willen seines Vaters besuchte er Battle Creek für die Vorbereitung des Prediger- und Lehrerdienstes statt sich der elterlichen Farm zu widmen. In Battle Creek lernte er seine Frau kennen und hier begann auch die lebenslange “David-Jonathan-Freundschaft” zu Percy Magan. Die beiden ergänzten sich auf erstaunlich Weise und bildeten ein äusserst gesegnetes und produktives Team. Magan war irischer Herkunft, wuchs in Nebraska auf, wollte jedoch nach seiner Taufe nicht Farmer werden sondern Buchevangelist. In dieser Zeit hatte er das Vorrecht im Hause von E.G. White zu wohnen. So lernte er aus erster Hand von der – damals wie heute auch für adventistische Kreise – revolutionären Bildungsreform. Die göttlichen Kerngedanken davon werden in dem Buch «Education» von E.G. White wie in den folgenden Zitaten auf den Punkt gebracht:

“Now, as never before, we need to understand the true science of education. If we fail to understand this, we shall never have a place in the kingdom of God. “This is life eternal, that they might know thee, the only true God, and Jesus Christ whom thou hast sent.” If this is the price of heaven, shall not our education be conducted on these lines?”

The Christian Educator August 1, 1897, paragraph 4

So nötig wie nie zuvor brauchen wir heute ein tiefes Verständnis echter Erziehungswissenschaft. Wenn wir das nicht begreifen, werden wir keinen Platz in Gottes Reich finden. „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ Johannes 17,3. Wenn das der Preis des Himmels ist, sollten wir unser Bildungsangebot nicht danach ausrichten? — „Christian Educator“, August 1897 {ICP1 66.1}

“The benefit of manual training is needed also by professional men. A man may have a brilliant mind; he may be quick to catch ideas; his knowledge and skill may secure for him admission to his chosen calling; yet he may still be far from possessing a fitness for its duties. An education derived chiefly from books leads to superficial thinking. Practical work encourages close observation and independent thought. Rightly performed, it tends to develop that practical wisdom which we call common sense. It develops ability to plan and execute, strengthens courage and perseverance, and calls for the exercise of tact and skill.”

Education, p. 220.2 (Ellen Gould White)

Auch wer einen geistigen Beruf ausübt, kann auf den Vorteil einer handwerklichen Ausbildung nicht verzichten. Ein Mann mag einen glänzenden Verstand und eine rasche Auffassungsgabe besitzen; sein Wissen und Geschick mögen ihm Zugang zu dem Beruf seiner Wahl verschaffen, und doch mag er noch lange nicht die Eignung für seine Anforderungen aufweisen. Eine Ausbildung, die in der Hauptsache aus Büchern erlangt ist, führt zu oberflächlichem Denken. Praktische Arbeit dagegen bringt genaue Beobachtung und einen unabhängigen Geist mit sich. Wenn sie richtig getan wird, entwickelt sie leicht jene sachliche Weisheit, die wir als gesunden Menschenverstand bezeichnen. Sie bildet die Fähigkeit heraus, Pläne zu legen und durchzuführen, stärkt den Mut und die Ausdauer und verlangt auch den Einsatz von Takt und Geschicklichkeit. {Ez54 204.1}

“No line of manual training is of more value than agriculture… The wise man says, “The king himself is served by the field.” Ecclesiastes 5:9. Of him who cultivates the soil the Bible declares, “His God doth instruct him to discretion, and do “teach him.” Isaiah 28:26. And again, “Whoso keepeth the fig tree shall eat the fruit thereof.” Proverbs 27:18. He who earns his livelihood by agriculture escapes many temptations and enjoys unnumbered privileges and blessings denied to those whose work lies in the great cities. And in these days of mammoth trusts and business competition, there are few who enjoy so real an independence and so great certainty of fair return for their labor as does the tiller of the soil.”

Education, p. 219.1

Eine Beschäftigung im Freien, die dem ganzen Körper Bewegung verschafft, bietet die beste Entspannung vom Studium. Zur handwerklichen Schulung eignet sich nichts so sehr wie der Ackerbau. Man sollte sich mehr bemühen, eine Vorliebe für Landarbeit zu wecken und zu pflegen. Der Lehrer weise auf die Aussagen der Bibel über den Ackerbau hin: daß Gott für den Menschen die Bebauung der Erde geplant hatte; daß dem ersten Menschen, dem Beherrscher der ganzen Erde, ein Garten zur Pflege übergeben wurde und daß viele der größten Männer der Welt, die wahren Edelnaturen, den Boden bestellt haben. Man zeige, welche Möglichkeiten ein solches Leben bietet. Der weise Mann sagt: „… ein Vorteil für ein Land ist … ein König, der dem Ackerbau ergeben ist.“ Prediger 5,8. {Ez54 202.4}

Und von dem, der den Boden bestellt, kündet die Bibel: „Also unterwies ihn sein Gott zum Rechten und lehrte ihn.“ Und wiederum: „Wer seinen Feigenbaum bewahrt, der ißt Früchte davon.“ Jesaja 28,26; Sprüche 27,18. Wer seinen Lebensunterhalt durch Ackerbau verdient, entgeht vielen Versuchungen und genießt zahllose Segnungen, auf die der verzichten muß, dessen Wirkungsbereich in den großen Städten liegt. Und heute, in den Tagen der großen Konzerne und der geschäftlichen Konkurrenz, erfreuen sich nur wenige Menschen einer so echten Unabhängigkeit und eines so sicheren Ertrags ihrer Arbeit wie der Landmann. {Ez54 203.1}

Dieses Gedankengut prägte sich tief in Magan’s Kopf, Herz und Hand ein und bewirkte eine entsprechende Anziehungskraft auf Sutherland und natürlich auch viel Widerstand seiner Zeitgenossen. 1892 wurde Sutherland nach Walla Walla berufen und setzte in kurzer Zeit mit wenig Mitteln einen grossen Teil dieser Bildungsreform um. Die Kunde davon führte dazu, dass er 1897 zum Präsidenten von Battle Creek berufen wurde. E.G. White’s Tränen zeugten von ihrem Kummer, über die geographische Lage des Colleges im Zentrum von Battle Creek. Getragen von E.G. Whites Aussagen und Ermutigungen wagten die beiden in einer Nacht- und Nebelaktion einen Schritt, der bis heute Spuren hinterlassen sollte. Mit eigenen Händen und ohne vorige Absprache/Ankündigung gruben Sie den Sportplatz der Schule um und legten einen Garten an. Dieser Garten fand natürlich nicht nur Freunde und manch adventistische Schule könnte sich auch heute nicht mit einer solchen Umnutzung anfreunden. Der Widerstand und die Konflikte gingen so weit, dass Magans Frau verstarb und die beiden Freunde schliesslich am Ende des Schuljahres 1904 Battle Creek verliessen.

Ihre Vision und Tatendrang blieben jedoch ungebrochen. Auf der Suche nach einem Flecken im Süden des Landes wurden sie tatkräftig von E.G. White und Ihrem Sohn unterstützt. Wie so oft führten unerwünschte Hürden – in diesem Fall ein Motorschaden an Bord der «Morning Star» – direkt zu der Vorsehung Gottes. Die beiden sahen das erste Mal die Ferguson Farm und waren sich sicher, dass dies nicht der Platz ist, den sie suchten. Eine grosse, heruntergekommene und steinüberflutete Farm, die zuvor als Drehscheibe für Sklaven missbraucht wurde. Was die beiden vielmehr suchten, war eine kleine Farm, die als Grundstein für eine «self-supporting» Schule dienen sollte. Hier sollten tüchtige Jugendliche aus allen sozialen und ethnischen Schichten die Möglichkeit einer «all-round» Bildung im Sinne der neuen adventistischen Bildungsphilosophie erhalten können. Der Gedanken einer sich selbst unterhaltenden Schule war genau so revolutionär wie derjenige, dass eine Farm die Grundlage hierfür bilden sollte und zudem durch medizinische Missionsarbeit ergänzt werden sollte. Heute würde man solch ein Unterfangen schlicht als Träumerei bezeichnen. Und in der Tat, es war ein Traum von E.G. White, der die beiden nicht los lies. In diesem Traum wurde ihr eine Farm gezeigt, die der Ferguson Farm entsprach. Nach einigen Diskussionen, inneren Kämpfen und Tränen resignierten die beiden Freunde und gaben ihren Willen in die Hand Gottes. Das Grundstück wurde gekauft und «Nashville Agricultural & Normal Institute» und später «Madison School» wurde gegründet. Die einzige Institution, die von E.G. White als Ratsmitglied beehrt wurde. Im Jahr 1946 nahm Sutherland einen Ruf der Generalkonferenz als Sekretär einer neuen Kommission an. Die GK erkannte den Wert des Gedankengutes in Madison und gründete deshalb die «Commission on Rural Living» aus der später ASI, damals «Association of Self-Supporting Institutions» und heute «Adventist Laymen Services and Industries» entstand. Selbst die Namen und deren Entwicklung sprechen Bänder. Sutherland verbrachte nach seiner «Pensionierung» 1950, wie könnte es anders sein, die letzten Lebensjahre im Dienst für sein geliebtes Madison.

Mehr zum Thema Madison könnte im kommenden Newsletter auch mit Deiner Hilfe entstehen. Es ist nicht einfach detaillierte Informationen rund um Madison zu finden. Es scheint als ob unsere so wertvollen Wurzeln versanden, verkümmern oder abgeschnitten werden. Hiermit bist Du als Leser herzlich eingeladen, diesem Trend entgegenzuwirken. Hast Du Dich bereits mit Madison oder Sutherland auseinandergesetzt oder sogar schon einen Artikel oder hilfreiche Informationen bereit?

Für jeden Beitrag oder Hinweis dankt Andre Butscher (maranatha4you@gmail.com).

Vielen Dank an ASI Schweiz!

Weiterführende Informationen rund um das Gedankengut von Madison:

Quelle: eine ganze Reihe an Zitaten und Informationen wurden folgendem Dokument entnommen

A PICTORIAL HISTORY OF MADISON COLLEGE A SCHOOL OF DIVINE ORIGIN 1904-1964

THE MADISON COLLEGE ALUMNI ASSOCIATION, MADISON, TENNESSEE

Josten’s Printing and Publishing Company, Clarksville, Tennessee, 1986

Madison: God’s Beautiful Farm, By Ira Gish, Harry Christman, ISBN: 9780816354283, Pacific Press Publishing Association

Adventist Agricultural Association

Adventist Agricultural Association Conference: True Success (mp3)

https://www.audioverse.org/english/sermons/conferences/343/2019-adventist-agricultural-association-conference-true-success.html?pageNum=1

Sutherland: The Founding of Madison (mp3)

Ellen G. White, Leben auf dem Land, Von der Stadt auf das Land Sutherland

https://shop.advent-verlag.ch/glaubenslehre-theologie/1159-leben-auf-dem-land-2430218.html

Grundsätze wahrer Erziehung, E. A. Sutherland

https://www.adventistbookcenter.de/grundsatze-wahrer-erziehung.html

Erziehung, E.G. White, ISBN 3815012988

https://shop.advent-verlag.ch/kinder-familie/996-erziehung-2420134.html

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ASI Europa Tagung in Paris

Vom 24.04. bis 28.04. 2019 hat die diesjährige ASI Tagung in Paris stattgefunden. Ca. 150 Menschen waren aus ganz Europa gekommen. Unter den Gästen waren auch die Präsidenten von drei Divisionen, wie auch Vertreter der Nordamerikanischen Division.

Einen Bericht von ASI Deutschland inkl. der Botschaft von Ted Wilson findest du hier.

Wie läuft so eine ASI Europa Tagung ab?
Über den Tag hinweg gab es interessante Vorträge und Workshops. Dazwischen gab es eine Menge von lebendigen Zeugnissen. Das Hauptthema auf der Tagung war: „Wie verkündigt ihr das Evangelium und was können wir noch machen, um es mehr zu verkündigen?“. So berichteten Missionsdienste ( Ministries ) und Geschäftsleute von ihren Erfahrungen in der Mission. Als besonderen Verkündiger hatten wir Doug Batchelor mit uns. Viele kennen ihn von der TV Reihe www.amazingfacts.org.

Der Höhepunkt am Abend war die kombinierte Evangelisation mit der ASI Tagung. Insgesamt 97 Evangelisationen wurden organisiert, der Höhepunkt war der gemeinsamen Abschluss-Sabbat in der Konferenzhalle. Ca. 1700 Menschen besuchten die Veranstaltung am Sabbat. Über 220.000 Euro wurden für missionarische Projekte gesammelt. Viele verdoppelten und verdreifachten ihre geplanten Gaben.

Die ASI Tagung war ein geistlicher Genuss, missionarisch motivierend und länderübergreifend ansteckend. Als ASI Österreich würden wir gerne mit Euch auf die nächste Tagung fahren, um gemeinsam das Feuer mitzunehmen. Melde Dich rechtzeitig, wenn Du nächstes Jahr mit dabei sein kannst. 

Kris Lenart,
Vice Präsident ASI Austria

P.S. Die Workshops wurden aufgezeichnet und werden auf diesem YouTube Channel hochgeladen.

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3 Tage ASI Academy mit Johnny Wong

Vertiefung der Themen: Gemeindewachstum, Jüngerschaft, Erfahrungen, Ausbildung,

WO & WANN:

  • 19. Mai 2019 Linz, Oberösterreich
  • 20. Mai 2019 Grünwald, Mühlviertel
  • 21. Mai 2019 Grünwald, Mühlviertel

Spende: Wir freuen uns über Spenden!

Übernachtung: Selbstversorgung

Verpflegung: Selbstversorgung

Weitere Info’s und Anmeldung unter:office@asi-austria.at

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ASI Jahrestagung – 17. und 18. Mai 2019 in Graz

Gemeindewachstum durch Caregroups mit Johnny Wong

Johnny Wong studierte Informationstechnologie und arbeitete ganz oben mit bei Hewlett Packard, Oracle Corporation, Ansett Australia Group und Penguin Books. Sein grösstes Hobby ist aber die Mission. Im Herzen Melbournes gründete er sechs Gemeinden, die zu mehr als 200 Taufen führten. Derzeit trainiert Johnny weltweit Gemeinden mit Schwerpunkt Großstadtmission. Sein neues Buch: “Business unusual” verfügt über sehr viele Methoden, um effektiv für Jesus wirken zu können. Es ist spannend seine Lebensgeschichte zu hören und mitzubekommen, wie jeder für Jesus Menschen gewinnen kann. Daher laden wir jeden zur diesjährigen ASI Jahrestagung nach Graz ein. Nicht nur Geschäftsleute und Ministries, sondern alle Missionsbegeisterten, Gäste und vor allem Jugendliche!

Freitag:
19:00 Uhr | Kleingruppenarbeit und Gemeindewachstum

Samstag:
9:30 Uhr | Lebenszeugnis von Johnny Wong – Business unusual
15:00 Uhr | Mission und der Auftrag Jesu: Jüngerschaft
19:00 Uhr | Chor der Gemeinde Bogenhofen
20:30 Uhr | ASI Mitglieder Sitzung

Zusätzlich: Viele Erfahrungen von missionarischen Organisationen, viele Stände, gute Musik, Gemeinschaft, Wort Gottes und Gebet.

Anmeldung: Bitte um Anmeldung zur ASI Tagung bis 1. Mai 2019 unter: office@asi-austria.at
Kosten: Freiwilliger Spendenbeitrag

ASI Mitglied: Es besteht die Möglichkeit einen Stand bei der Jahrestagung zu haben, wie auch Erfahrungen zu erzählen.

Unterstützung: Missionarische Projekte können bis 30 % unterstützt werden, soweit ASI Mitgliedschaft besteht.

Bitte Projektantrag bis 1. Mai 2019 unter office@asi-austria.at senden.

Versorgung: Selbstversorgung, am Sabbat zum Potluck bitte vegetarische Hauptspeise und Salat mitnehmen!

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Kennst du den Blueprint schon?

Als Blueprint wird etwas bezeichnet, das zu einem Vorzeigebeispiel geworden ist. Wer einen Blueprint nachmachen kann, hat grosse Vorteile.

Einen solchen Blueprint kennen wir in unserer Adventgeschichte. Er ist zu Lebzeiten von Ellen White entstanden und hat bis weit nach dem 2. Weltkrieg überlebt.

Es geht bei diesem Projekt um ein Schul- und Erziehungssystem verbunden mit Gesundheitsarbeit, das später in San Francisco (Beehive) übernommen und zu einem Totalerfolg geworden ist.

Vielleicht kennst du folgendes Zitat:

Now, as never before, we must understand the true science of education. If we fail to understand this, we shall never have a space in the kingdom of God. 1.MCP 53.1 

In Deutsch: Wie nie zuvor müssen wir die wahre Wissenschaft der Erziehung verstehen. Wenn wir das nicht verstehen, werden wir niemals einen Raum im Reich Gottes haben.

Über diese sehr ernsthafte Aussage lohnt es sich nachzudenken.

Erziehung – worum geht es hier eigentlich? Wahre Erziehung, was meint das? Warum ist das Verständnis über Erziehung so wichtig? Was steckt da dahinter?

Diesen und weiteren Fragen rund um Sutherland und Madison wird sich ab nächstem Newsletter eine Serie widmen. Wir möchten auch Dich einladen, einen Beitrag zum Thema «Blueprint» für den ASI newsletter beizusteuern.

Es würde mich freuen, wenn dieses wichtige Thema mehr als 3 Teile hat und von weiteren Autoren am Leben erhalten werden kann. 

Herzliche Grüsse
Ernst Zwiker
Präsident von ASI Schweiz

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Gott ist gut

Vier Gebäude gleichzeitig zu errichten bzw. fertigzustellen, ist schon ein bisschen viel. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass wir hier vor Ort kein Bauunternehmen beauftragen, sondern alles selber anpacken – mit eigens angestellten Maurern und anderen Bauhandwerkern. Obwohl diese Art des Bauens sehr zeitaufwändig ist, da man sämtliche Materialien selbst besorgen muss, hat sie doch auch einige Vorteile. Zum einen können wir die Qualität des Baus besser sicherstellen – es wird eben nicht nur „mit Sand“ gebaut –, und zum anderen liegen die Kosten deutlich niedriger, nämlich bei etwa der Hälfte dessen, was ein Generalunternehmer verlangen würde.

Derzeit befinden sich die beiden folgenden Gebäude im Rohbau:

  1. ein Kirchen- und Schulzentrum,
  2. das dritte Waisenheimgebäude für Jungs im Alter von 6 bis 12 Jahren.

Außerdem wird der Innenausbau von zwei weiteren Gebäuden vorangetrieben:

  1. das Haus des Verwalters (also unser eigenes Heim),
  2. das zweite Waisenheimgebäude für Mädchen im Alter von 6 bis 12 Jahren.

Der lang ersehnte Bau des ersten Wasserturms ist abgeschlossen. Der Turm muss lediglich noch gestrichen werden; außerdem wird im Untergeschoss noch eine Stahltür eingebaut. Eine Solarwasserpumpe (Spende der Firma Grundfos) wurde an sechs Photovoltaik-Paneele angeschlossen und funktioniert einwandfrei. Durch die Höhe des Gebäudes liefert der Tank mit seinen 10.000 Litern einen Druck von ca. einem Bar. Zwei weitere Tanks in der gleichen Größe können langfristig auf dem Turm aufgestellt werden. Wir danken allen Spendern für ihre intensive Unterstützung dieses wichtigen Projekts und hoffen, dass wir im kommenden Jahr einen weiteren Turm in der gleichen Größe für die andere Seite des Grundstücks errichten können.

Kirche und Schule

Da die ersten unserer Waisenkinder bald sechs Jahre alt werden und dann in die Schule müssen, war es wichtig, mit dem Schulbau zu beginnen. Studenten aus Stuttgart haben die gesamte Schule überhaupt erst möglich gemacht. Der Entwurf ist die Masterarbeit einer Studentin namens Saskia Maier. Zusammen mit ihren insgesamt 12 Kommilitonen, die zwischen August und Weihnachten jeweils während einiger Wochen mithelfen, ist sie auf der Baustelle und packt selbst ordentlich mit an. Wir danken Gott für dieses Engagement, da auch ein Teil der Finanzierung des Projekts durch die Studenten und die Universität Stuttgart abgedeckt wird.

Es ist geplant, auch Kindern aus dem Dorf den Schulbesuch zu ermöglichen. Der Schulbetrieb soll
kostendeckend sein, was bei einer Klassengröße von ca. 15 Schülern je Klasse (und ca. 12 Euro Schulgeld im Monat) der Fall sein würde. Allerdings wird der Unterricht ausschließlich auf Englisch stattfinden, um den Kindern einen weiteren Vorteil für ihre langfristige Zukunft zu geben. Das Gebäude wird ein Ort der Begegnung werden – der Allgemeinbildung mit christlich moralischen Werten. Das friedliche Zusammenleben von Christen und Muslimen wird durch die Begegnung im Kindesalter erlernt und gefördert. Die Küstenregion um unser Waisenheim ist stark muslimisch geprägt; ca. 80% der Menschen gehören zum Islam.

An den Wochenenden soll die Schule als Kirche genutzt werden. Deshalb wird das Gebäude mehr als nur ein Haus der Bildung sein. Es wird gleichzeitig der Kirche der Siebenten-Tags Adventisten in Puna ein neues Zuhause geben.

Das dritte Heimgebäude

Mit dem Bau des dritten Heimgebäudes (für Jungen im Alter von 6 bis 12 Jahren) wurde Ende Juli begonnen. Das Land wurde gerodet, das Schnurgerüst gesetzt, die Streifenfundamente ausgegraben, die Fundamente gegossen. Inzwischen wurde sogar die Bodenplatte fertiggestellt und ein Teil des Mauerwerks begonnen. Die Hilfsorganisation einer großen deutschen Tageszeitung hat uns die finanziellen Mittel für den Bau dieses Gebäudes zur Verfügung gestellt.

Das zweite Heimgebäude
Das zweite Heimgebäude wird in kleinen Schritten weiter ausgebaut. Der Innen- und Außenputz, die meisten Türen und Fenster, die Fliesen in den Bädern und die Sanitärinstallation sind fast abgeschlossen. Was fehlt, ist die Stromversorgung, der Anstrich und der Ausbau des Obergeschosses – der jedoch kurzfristig nicht so wichtig ist, da sämtliche Kinder und das Betreuungspersonal vorübergehend im Erdgeschoss untergebracht sein werden. Das Haus ist für unsere Mädchen im Alter von 6 bis 12 Jahren vorgesehen.

Ausbau des Verwalterhauses
Mit unserer Privatsphäre müssen wir leider noch ein bisschen warten, denn beim Ausbau des Verwalterhauses hat uns der Schreiner mit der Erstellung von Türen und Fenstern im Stich gelassen. Seit Mai hat er trotz ausreichender Anzahlung seine Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Wir versuchen, mit Hilfe des hiesigen Village Chief (ähnlich einem Bürgermeister) das Problem zu lösen und hoffen, dass wir es vielleicht bis Weihnachten schaffen, unser neues Heim zu beziehen.

Volontärprogramm

Seit August wird unser Waisenheim von zwei Volontärinnen unterstützt, die ein freiwilliges soziales Jahr bei uns verbringen. Sie werden von Seiten des „Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ gesponsert (und über das „Weltwärts-Programm“ und „ADRA“ vermittelt). Sie leisten eine wertvolle Unterstützung bei der Betreuung der Kleinkinder und der Bewältigung
der vielen häuslichen Aufgaben.

(Nähere Infos zum BMZ/ADRA-Volontär-Programm unter: http://www.adra.de/mitarbeit/)

Wir sind auch dankbar für die Unterstützung durch einen Volontär aus British Guayana. Dwayne kam über unsere US-amerikanische Partner-Organisation „Restore a Child“ zu uns und leistet wertvolle Arbeit im baulichen Bereich und bei anderen handwerklichen Aufgaben. Alle Volontäre verfügen übrigens über Aufenthalts- und Arbeits- bzw. Praktikumsgenehmigungen, die über den Zeitraum von zwei Jahren gültig sind.

Das Wichtigste – die Kinder

Im letzten Bericht haben wir einen kurzen Abriss über jedes unserer Kinder gegeben. Seitdem haben wir weitere Kinder aufgenommen. Derzeit befinden sich 15 Kleinkinder – davon drei Babys – in unserer Obhut. Der Älteste geht mit sechs Jahren in die Vorschule und der Jüngste ist vor vier Wochen im Alter von drei Tagen zu uns gekommen. Seine Mutter starb bei der Geburt. Wir möchten an dieser Stelle über eine wunderbare Geschichte in Verbindung mit unserem vorletzten Kind berichten.

Dwayne, unser Volontär aus Guayana, fuhr vor ein paar Wochen zusammen mit Beate und einem weiteren Mitarbeiter nach Dar es Salaam, um Einkäufe zu erledigen. Auf dem Weg machten die drei einen kurzen Stopp, um bei jemandem eine kleine Aufmerksamkeit abzuliefern; diese Person hatte uns 150 kg Maismehl geschenkt. Als Dwayne, Beate und
unser Mitarbeiter die Reise fortsetzen wollten, sprang der Motor des in die Tage gekommenen Land Rover nicht mehr an. Es schien an der Elektronik zu liegen. Ein in der Nähe befindlicher Automechaniker konnte das Problem zunächst nicht lösen und rief einen Kollegen herbei. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem in Afrika auf der Straße passieren kann: eine irreparable Panne. Nach einigen Stunden – ich möchte nicht wissen wie (denn das eigentliche Problem war nicht gelöst) –, konnten die drei wieder den Heimweg antreten. Es war ein wirklich frustrierendes Erlebnis für alle Beteiligten.

Plötzlich sahen sie auf dem Heimweg etwas, das sie sehr bewegte. Auf der Schotterstraße saß ein Kind und hinter ihm eine leicht verwirrte Person, die anscheinend die Mutter war. Es war nichts wirklich Gefährliches an der Situation, und dem Kind schien es gutzugehen. Aber die Szene gab schon Anlass zum Nachdenken. Weil es sich nicht um einen akuten Notfall handelte und man nur wenig tun konnte, fuhren meine Frau und die zwei Begleiter weiter in Richtung Dunia ya Heri. Trotzdem ließ es Dwayne keine Ruhe. So betete er im Stillen und sagte: „Herr, bitte kümmere dich um diese beiden Personen – besonders um das Kind.“ Er kann nicht erklären, wieso er so bewegt war, aber er konnte sich das Gesicht des kleinen Jungen gut einprägen.

Ungefähr zwei Wochen später kamen Sozialarbeiter des „Ministeriums” wieder einmal zu uns, um uns zu bitten, ein Kind aufzunehmen. Dwayne erkannte sofort das Gesicht des kleinen Jun gen, der auf der Straße gesessen hatte. Es gab niemanden, der sich um den Jungen kümmern konnte, außer seiner offenbar psychisch gestörten Mutter. Wir nahmen den kleinen Jungen gerne bei uns auf. Man könnte meinen, es sei ein Zufall gewesen. Aber wir waren davon
überzeugt, dass Gott gerade ein Gebet erhört hatte.

P. ist 16 Monate alt und lebt nun seit ca. sechs Wochen bei uns. Einige seiner Verhaltensauffälligkeiten haben sich schon wesentlich gebessert, und er ist dabei, sich gut einzuleben. Seine Mutter ist leider aus der Klinik, in die sie vom Sozialamt eingeliefert wurde, verschwunden. Niemand weiß, wo sie sich befindet. Unsere Prognose ist, dass P.
auf Dauer bei uns bleiben wird. Er erhält bei uns alles, was ein Kind benötigt: Aufmerksamkeit, Liebe und Geborgenheit.

Es ist wie ein weiteres kleines Wunder: Mit Hilfe einiger großzügiger Spender konnten wir ein neues Fahrzeug erwerben. Es hilft uns bei unseren Fahrten in die Stadt und bei eventuellen medizinischen Notfällen. Auf diese Weise müssen wir uns nicht mehr auf den in die Jahre gekommenen Land Rover verlassen, der uns jetzt schon öfter als wir es uns leisten können, im Stich gelassen hat.

Euer Thomas Küsel

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Gott erhört langjährige Gebete einer Ehefrau

Die lebensverändernde Erfahrung einer Familie auf dem Newstart-Programm

„Ich kann kaum glauben, dass das, was ich hier auf dem Newstart-Programm erlebe, Wirklichkeit ist. Hier geschieht etwas vor meinen eigenen Augen, dass ich eigentlich nur von Missionsberichten aus Südamerika und Afrika kenne. Hier ist jemand so offen für Gott und suchend. Er nimmt alles so unkompliziert wie ein trockener Schwamm auf.“ Das sagte mir eine Teilnehmerin unseres Familien-Newstart-Programms am Mattersdorferhof, als sie mir ihre Eindrücke von den Erlebnissen einer am Newstart-Programm teilnehmenden katholischen Familie schilderte.
Der Vater dieser Familie, Matthias*, wollte unbedingt einen Urlaub mit gesundem Essen ausprobieren, und für seine Frau war es außerdem wichtig, dabei etwas religiöses zu erleben. Bereits viele Jahre lange hatte sie für ihren Mann gebetet, dass er doch Interesse an religiösen Themen finden möge. Durch Recherche im Internet fanden sie dann unser Newstart-Programm, das beide Wünsche dieser Familie – Gesundheit und Glauben – miteinander harmonisch vereinigt.
Angekommen beim Newstart-Programm, fragte unser Prediger Franz Krakolinig die Eltern während einer Abendandacht, was ihr größtes Ziel für ihre Kinder sei. Zum Erstaunen seiner Frau und des Predigers antwortete Matthias prompt: „Meine Kinder für die Ewigkeit zu erziehen.“ Franz gab sofort eine tiefst ermutigende Antwort: „Sagt das bitte unbedingt Gott im Gebet! Dieses euer Vorhaben ist auch sein Wille. Er wird euch nicht alleine lassen, sondern euch in der Erziehung eurer Kinder Schritt für Schritt helfen und führen, damit ihr einmal zusammen mit euren Kindern die Ewigkeit verbringen könnt.“
Unser Student David gab Matthias die Anwendungen in Form von Hydrotherapie und Massage. Matthias beschäftigten verschiedene Gedanken, so dass er während der Anwendungen ziemlich spannende Fragen stellte: „Was lernt ihr hier in der Missionsschule? Kannst du mir bitte erklären, was das Wort Heiligtum bedeutet und was es eigentlich damit auf sich hat? Könntest du mir bitte erklären, um was es in jedem Buch der Bibel geht? Was ist die Hauptaussage eines jeden Kapitels?“ Die Fragen von Matthias boten nicht nur David, sondern auch unseren adventistischen Gesundheitsgästen wunderbare Möglichkeiten zum Zeugnisgeben.
Matthias meinte, die Bibel sei zu schwer zu verstehen. Er hätte aber trotzdem Interesse, sie näher kennenzulernen. Als Team und Studenten des TGM beteten wir jeden Tag für ihn und seine Familie. Schließlich bot sich für David die Möglichkeit, mit Matthias und seiner Frau eine Bibelstunde über Daniel 2 durchzuführen, von der beide ziemlich angetan waren. Es wurden zwar einige ihrer Fragen beantwortet, es tauchten jedoch zeitgleich zahlreiche neue Fragen auf. Deshalb studierten wir zwei Tage später auch noch Daniel 1. Wir ermutigten beide, zusammen mit dem Leseplan „365 Geschichten der Hoffnung“ (von der Josia-Missionsschule herausgegeben) die Bibel selbstständig zu studieren.
Ich konnte sogar den Kontakt zu einem jungen Prediger in ihrer Heimat herstellen, da sie gerne weiterhin mit Bibelstunden betreut werden wollten. Matthias fragte mich: „Wie viel zahlt man denn für eine Bibelstunde? Und was sind die Fahrtkosten des Predigers?“ Meine Antwort, dass bereits in der Adventgemeinde ein von Mitgliedern getragenes Finanzierungssystem für Fahrtkosten und Bezahlung des Predigers etabliert sei, verwunderte Matthias absolut. Er war bereit, für die Bibelstunden zu zahlen, so kostbar erschien es ihm!
Für Matthias und seine Frau war es wichtig, das im Newstart begonnene religiöse Leben auch nach Hause mitzunehmen und mit den Kindern Familienandachten durchzuführen. Also bestellten sie einen Tag vor der Abreise die komplette Bücherserie „Menschen in Gottes Hand“ sowie noch Bibeln zum persönlichen Studium. Matthias entdeckte außerdem Vorträge von Kurt Piesslinger und wollte sich gerne zusätzlich diese Vorträge anschauen.
Zum Abschluss des Newstart-Programms meinte Matthias vor allen Gästen, dass er so dankbar sei, endlich Gott kennengelernt zu haben. Es sei auch in Sachen Gesundheit ein wichtiges und nützliches Programm gewesen, aber er nähme sich vor allen den Glauben an Gott mit und habe sich fest vorgenommen, Bibelstunden haben zu wollen. Es war für uns alle bewegend zu sehen, wie die ganze Familie einschließlich der Kinder aus vollem Herzen das Lied „Wir haben eine Hoffnung, die uns durch das Leben trägt“ mit den anderen mitsang.
Bei dem Ende eines Newstart-Programms ist es für uns als TGM-Team keine Seltenheit, gereifte und gestandene Männer und Frauen weinen zu sehen. Das geschieht immer dann, wenn der Heilige Geist während des Programms die Herzen dieser Menschen zutiefst mit der Liebe Gottes berührt hat. Auch bei Matthias sollte dieser berührende Moment nicht ausbleiben. Als er sich von seinem Betreuer David verabschieden wollte und ihn anblickte, errötete sich sein Gesicht , wobei er schluchzend und weinend seinen 20-jährigen Betreuer und Bibelstundengeber kräftig umarmte.
Diese Wandlung in Matthias und seiner Frau war, wie bereits eingangs erwähnt, auch für unsere adventistischen Newstart-Gäste ziemlich beeindruckend. Wie wir sehen können, suchen zahlreiche Menschen bewusst oder unbewusst nach dem gelebten Evangelium in der Praxis, nicht nach trockener bibelgetreuer Theologie. Wir danken und loben Gott, dass er durch das Newstart-Programm sein Wesen, seinen Charakter und seine Liebe für Matthias körperlich, geistig und seelisch darstellen konnte. Und nicht zuletzt können wir Gott dafür preisen, wie er die langjährigen Gebete einer einfach glaubenden und Gott vertrauenden Ehefrau und Mutter beantwortet hat.

*Name geändert

Autor: Sebastian Naumann, Schulleiter des TGM

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